{"id":200,"date":"2009-12-05T19:24:26","date_gmt":"2009-12-05T18:24:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weldergoven.de\/wordpress\/?page_id=200"},"modified":"2010-09-02T19:43:11","modified_gmt":"2010-09-02T18:43:11","slug":"leute-und-feste","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.weldergoven.de\/?page_id=200","title":{"rendered":"Leute und Feste"},"content":{"rendered":"<h5>Das Leben im Dorf vor 100 Jahren<\/h5>\n<p>Das d\u00f6rfliche Leben seit jeher gepr\u00e4gt durch die Landwirtschaft, von deren Wohlergehen die Masse der Dorfbewohner abh\u00e4ngig war. Daraus ergab sich eine weitgehende Interessengleichheit. Hierarchische Unterschiede gab es wohl, zwischen Ackerern, die ihre Kuh einspannten, den Ochsen &#8211; &#8222;er driv ene Os&#8220; war eine Hervorhebung &#8211; oder gar ein Pferd.<\/p>\n<p>Das Wirtschaftsfahrzeug war die rheinische Schlagkarre, ein Einachser, der nach hinten abgekippt werden konnte und von einem Zugtier fortbewegt wurde. Die gebr\u00e4uchlisten Pferde waren die schweren Belgier mit coupiertem Schweif.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 374px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild7.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild7\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild7.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild7.jpg\"\n             data-image-id=\"115\"\n             data-title=\"histbild7\"\n             data-description=\"Historisches Bild7\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"ac07a1834269eab57dcefcbfcb8f0cc9\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild7.jpg-nggid03115-ngg0dyn-374x218x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild7\"\n             title=\"histbild7\"\n              width=\"374\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Ackerer Schmitz Matthes auf der typischen rheinischen Schlagkarre (1927)<\/h6>\n<p>Gearbeitet wurde solange der Tag hell war, und abends setzte man sich m\u00fcde von der Arbeit zusammen und betete, zumal im Winter, oft den Rosenkranz. Es gab auch viele gemeinsame Arbeiten im Haus, wie zum Beispiel das Bohnenfitschen. Dies war dann eine fr\u00f6hliche Angelegenheit, zu der auch die jungen Burschen erschienen und mit Schnaps &#8222;belohnt&#8220; wurden.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 250px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild8.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild8\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild8.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild8.jpg\"\n             data-image-id=\"116\"\n             data-title=\"histbild8\"\n             data-description=\"Historisches Bild8\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"87e52c508f8a2eb408f51462d7c6f296\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild8.jpg-nggid03116-ngg0dyn-250x246x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild8\"\n             title=\"histbild8\"\n              width=\"250\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Bohnenfitschen oder Kartoffelsch\u00e4len ging in Gesellschaft besser<\/h6>\n<p>Der Samstag war noch ein Hauptarbeitstag, an dem alles zum Sonntag gerichtet wurde, wie etwa Hof und Stra\u00dfe zu fegen und \u00fcberall Ordnung zu schaffen. Je nach Jahreszeit wurde &#8218;Platz&#8216;, Streusel- oder Obstkuchen gebacken.<\/p>\n<p>Von fernen Ereignissen erfuhr man fast nichts, und so war man auf den engsten Bereich seiner Umgebung angewiesen. Haust\u00fcren wurden nicht abgeschlossen, es sei denn, Zigeuner waren in der N\u00e4he, deren \u00fcblicher Rastplatz bei der Auffahrt zur Allner-Br\u00fccke lag. Das Dorf war fr\u00fcher Arbeitsplatz und nicht nur Schlaf- und Freizeitort. Infolgedessen herrschte dort auch st\u00e4ndig Leben im Freien. Die Kinder spielten drau\u00dfen, man fuhr zum Feld und zur\u00fcck, die Frauen versorgten den Hof, Garten und Vieh oder hielten ein Kl\u00e4fchen (Schw\u00e4tzchen) auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 374px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild10.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild10\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild10.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild10.jpg\"\n             data-image-id=\"98\"\n             data-title=\"histbild10\"\n             data-description=\"Historisches Bild10\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"3c913c3f83819bbc8ac65ada0dde9dfb\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild10.jpg-nggid0298-ngg0dyn-374x183x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild10\"\n             title=\"histbild10\"\n              width=\"374\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Typischer Ackerer-Hof der Familie Rings in Weldergoven, Haus Nummer 2 \/ Siegstra\u00dfe 25, &#8222;Im alten Garten&#8220; vermutlich Sp\u00e4therbst 1912. Vorn links der Ger\u00e4teschuppen, Vorbau rechts Backofen, beide inzwischen abgerissen. Alle \u00fcbrigen Geb\u00e4ude stehen heute noch.<\/h6>\n<p>Auch fahrendes Volk und H\u00e4ndler zogen durch den Ort. Die Kinder wurden im Haus geboren und man starb auch dort. Dann wurde der Tote im Haus aufgebahrt, Kerzen brannten, und die Nachbarschaft versammelte sich an drei Abenden zur Totenwache mit Gebet. Am Beerdigungstag ging es dann mit dem pferdebespannten Leichwagen nach Hennef zum Begr\u00e4bnis.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 374px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild18.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild18\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild18.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild18.jpg\"\n             data-image-id=\"106\"\n             data-title=\"histbild18\"\n             data-description=\"Historisches Bild18\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"e25baf0517458dabc80112aea0c16345\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild18.jpg-nggid03106-ngg0dyn-374x239x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild18\"\n             title=\"histbild18\"\n              width=\"374\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Trauerzug von Weldergoven nach Hennef um 1955. Vorn die Gleise der Br\u00f6lbahn, im Hintergrund Schlo\u00df Allner.<\/h6>\n<h5>Die Feste<\/h5>\n<p>Das d\u00f6rfliche Leben orientierte sich an bestimmten Festpunkten, die einmal durch den b\u00e4uerlichen Jahresablauf vorgegeben waren, anderenteils durch die kirchlichen Feste und das religi\u00f6s bestimmte Brauchtum, oder durch Familienanl\u00e4sse hervorgerufene Feiern. Das Hauptfest des Jahres war die Hennefer Kirmes. Zu diesem Ereignis kam die Verwandtschaft auch von weither zusammen. Schon morgens nach dem Hochamt standen die F\u00e4hndelschwenker aus Weingartsgasse vor der Hennefer Kirche und traten an der Spitze des Zuges zum Saale Wingen oder auch Kaiserhof. Dann feierte man zwei Tage, von Sonntag bis Montag zum Fr\u00fchball. In den H\u00e4usern wurden gro\u00dfe Bleche mit Apfel- und Pflaumenkuchen gebacken, dessen Reste die G\u00e4ste mit nach Hause nahmen. Auch sonst wurde flei\u00dfig aufgetischt. Es gab selbst gekelterten Obst- und auch Traubenwein, sofern man auf der anderen Siegseite Weinbergsbesitz hatte.<\/p>\n<p>Familienfeste waren meist zugleich auch Dorffeste, von der Taufe einmal abgesehen, die, weil sie so h\u00e4ufig vorkam auch nicht besonders hervorzuheben war. An der Erstkommunion nahm die Nachbarschaft im weitesten Sinn Anteil. Die Haust\u00fcr wurde gr\u00fcn umkr\u00e4nzt mit wei\u00dfen Schleifen. Man machte kleine Geschenke, wie auch gebackene Osterl\u00e4mmchen aus R\u00fchrteig. Nach der Heiligen Messe am Vormittag gab es ein Festmahl im Hause, zu dem die Paten und die Familie eingeladen waren. Am zweiten Tag bat man \u00fcblicherweise die Nachbarschaft zu Gast.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 374px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild11.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild11\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild11.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild11.jpg\"\n             data-image-id=\"99\"\n             data-title=\"histbild11\"\n             data-description=\"Historisches Bild11\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"6cc645bc0e29488cc070f1cc0ff6f367\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild11.jpg-nggid0299-ngg0dyn-374x188x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild11\"\n             title=\"histbild11\"\n              width=\"374\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Haus Nummer 7 \/ Siegstra\u00dfe 21, Erstkommunion in der &#8222;P\u00fctz-Wirtschaft&#8220; (1915) zugleich auch &#8222;Posthilfsstelle&#8220; (Schild links neben der T\u00fcr). Das Holz vorn liegt f\u00fcr den Backofen bereit. Rechts in der Remise der B\u00e4ckerwagen, dahinter eine Kegelbahn. Die Soldaten geh\u00f6ren zu einem Wachkommando f\u00fcr russische Kriegsgefangene, die in der Landwirtschaft arbeiteten.<\/h6>\n<p>Zur Hochzeit wurde der Junggeselle von seinen Kameraden am Vorabend verabschiedet. Einen Polterabend heutiger Art beging man erst nach dem Zweiten Weltkrieg, vielmehr war das Hilich-Schie\u00dfen mit &#8222;Katzk\u00f6pp&#8220; \u00fcblich. Dies waren Eisenkugeln mit einem Loch, in das Schwarzpulver und darauf &#8218;Dreck&#8216; gepresst wurde. Durch ein zweites Loch, das mit einem Kanal zu dem ersten f\u00fchrte wurde die Z\u00fcndschnur gesteckt und so gez\u00fcndet. Nat\u00fcrlich musste dann vom Br\u00e4utigam zum Abschied vom Junggesellendasein &#8218;einer ausgegeben&#8216; werden. Am Hochzeitstag folgte die gro\u00dfe Familienfeier mit Nachbarn und Freunde. Die Goldhochzeiten werden als Dorffeste bis auf den heutigen Tag begangen. Schon am Dorfeingang wurde aus diesem Anlass eine Ehrenpforte errichtet, durch die das Jubelpaar nach dem feierlichen Hochamt in der Pfarrkirche einzog. Dann ging es weiter mit Gratulationen, G\u00e4steempfang und Festessen, Musik- und Liedervortr\u00e4gen des Kirchchors, Feuerwehr B\u00f6ller und Fackelzug.<\/p>\n<h5>Maibr\u00e4uche<\/h5>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die hergebrachten Maibr\u00e4uche der Junggesellen und der unverheirateten M\u00e4dchen in Weldergoven wieder aufgenommen. Es begann mit dem Treffen der Junggesellen in der Wirtschaft P\u00fctz am 30. April abends, wo die Versteigerung der Maibr\u00e4ute stattfand. Dabei ging es um Groschenbetr\u00e4ge, aber das H\u00f6chstgebot, das auf eine Maik\u00f6nigin abgegeben wurde, konnte schon mal 20 Mark betragen. Wollte ein Ausw\u00e4rtiger mitsteigern, so musste er entweder dem Junggesellenverein beitreten oder bei seinem Gebot etwas drauflegen.<\/p>\n<p>Nach diesem Akt zogen die etwa zehn bis zw\u00f6lf Weldergovener Jungen mit dem Kahn \u00fcber die Sieg, um den vorher schon erkundeten Maibaum, ein Birke, f\u00fcr das Dorf zu schlagen und dann auf dem Dorfdreieck aufzustellen. Dann ging es wieder zur\u00fcck, und man holte gemeinsam die kleineren Birken, die den Maibr\u00e4uten an die Fenster gestellt wurden.<\/p>\n<p>Nun begann ein strenges Ritual, das mit dem Antrittsbesuch bei der Maibraut am 1.5. etwa 16 Uhr begann. Der Maibr\u00e4utigam erschien mit einem Blumenstrau\u00df im Hause der Maibraut. Am Dienstag und Donnerstag war jeweils &#8218;Komm und krei Ovend&#8216; (Komm und krieg Abend). Von 20:00 bis 22:00 Uhr hatte sich der Br\u00e4utigam bei seiner Maibraut einzufinden. In der ersten Woche hatte das Paar in dieser Zeit einen Meter voneinander getrennt zu sitzen, in der zweiten 75 cm, in der dritten 50 cm und in der vierten durften sie sich ber\u00fchren. Dies alles wurde von der Maipolizei, bestehend aus den Junggesellen, die kein M\u00e4dchen ersteigert hatten, genau mit Zollstock kontrolliert, wie auch die Einhaltung der nun folgenden Regeln:<\/p>\n<ul>\n<li>Dienstags und Donnerstags hatten die Jungen p\u00fcnktlich 22:00 Uhr zum Treff am Maibaum zu erscheinen<\/li>\n<li>das Haus der Maibraut durfte der Betroffene nur im Laufschritt passieren<\/li>\n<li>dem Maik\u00f6nig war mit milit\u00e4rischem Gru\u00df zu begegnen<\/li>\n<li>am Ortsrand musste vom Fahrrad abgestiegen, das Hinterrad angehoben, und so nach Hause spaziert werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei Verst\u00f6\u00dfen kassierte die Maipolizei Strafgelder in Groschenbetr\u00e4gen. Die Sache fand zu Pfingsten ihren Abschluss. Die Birke auf dem Dorfdreieck wurde ausgehoben, um dem Pfingstbaum, einer Tanne, Platz zu machen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\">            \n\t\t<div class=\"ngg-gallery-singlepic-image ngg-center\" style=\"max-width: 374px\">\n\t\t\t    \t<a href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild9.jpg\"\n\t\t     title=\"Historisches Bild9\"\n             data-src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/histbild9.jpg\"\n             data-thumbnail=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/thumbs\/thumbs_histbild9.jpg\"\n             data-image-id=\"117\"\n             data-title=\"histbild9\"\n             data-description=\"Historisches Bild9\"\n             target='_self'\n             class=\"ngg-fancybox\" rel=\"45095ff681d2e93971ea8f018e5e4b81\">\n            <img class=\"ngg-singlepic\"\n             src=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/wp-content\/gallery\/geschichte\/cache\/histbild9.jpg-nggid03117-ngg0dyn-374x228x100-00f0w010c010r110f110r010t010.jpg\"\n             alt=\"histbild9\"\n             title=\"histbild9\"\n              width=\"374\"               \/>\n    \t<\/a>\n\t\t      <\/div>\n        <\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Errichtung des Pfingstbaumes mit dem Paias auf dem Weldergovener Dorfdreieck im Jahre 1968.<\/h6>\n<p>Mit Pferd und Wagen zogen die Junggesellen dann zum Allner Schlosswald wo sie ein Waldaufseher schon erwartete, denn es kamen die Vereine aus der ganzen Umgebung. Er bot den jungen Leuten B\u00e4ume zur Auswahl an, verma\u00df diese, und f\u00fcr etwa zehn\u00a0 Mark konnten sie einen erwerben. Es ging dabei schon fr\u00f6hlich zu, denn die Sto\u00dfdorfer hatten ein F\u00e4sschen Bier dabei, die Weldergovener einen Klaren, um nicht Mangel zu leiden. Die Heimfahrt war nicht ganz einfach, denn bei den engen Kurven mussten die langen Gef\u00e4hrte mit Manneskraft jeweils rumger\u00fcckt werden. Zum Lohn gab es die erste St\u00e4rkung in Dornbuschs-Wirtschaft in Allner und die n\u00e4chste in der Waldsch\u00e4nke an der Allner-Br\u00fccke. Infolgedessen kamen die Junggesellen zwar fr\u00f6hlich, aber nicht mehr leistungsf\u00e4hig im Dorf an. Dies wissend stellten die heimischen M\u00e4nner den Baum am Dorfdreieck auf, was mit Schwierigkeiten verbunden war, weil man die in der N\u00e4he vorbeif\u00fchrenden Stromleitung nicht ber\u00fchren d\u00fcrfte. Derweil erfrischten sich die Jungen, wohl auch mit einem Sprung in die Sieg, um Abends zum &#8218;Eiersingen&#8216;, mit W\u00e4schemangeln ausger\u00fcstet, durchs Dorf zu ziehen. Es ging bis zum Allnerhof, wo mit reicher Ausbeute &#8211; wohl 25 Eier nebst Speck &#8211; zu rechnen war. Vor jedem Haus ert\u00f6nte dann der<\/p>\n<p><strong>Heischesang:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li> <em>Komme he en d\u00f6sse Hoff, ri, ra R\u00f6schen.<br \/>\nSchl\u00f6f de Frau dann weck me se of<br \/>\nRefrain: Rosen, das sind Bl\u00fcmelein, Bl\u00fcmelein, alles mu\u00df verzehret sein.<\/em><\/li>\n<li><em>Jev uns doch es Pingsei, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndat schlare me en de Pann entzwei.<\/em><\/li>\n<li><em>Klemmt ens op de Heustall, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndo lien de Eier \u00f6verall.<\/em><\/li>\n<li><em>Jet uns doch en R\u00f6ckst\u00f6ck (=R\u00fcckenspeck), ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndat m\u00e4t de Weldejovene Junge ver\u00f6ck.<\/em><\/li>\n<li><em>Jet uns paar Zijarette, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndie k\u00f6nnen uns och noch rette.<\/em><\/li>\n<li><em>Dat Hus, dat steht op Stippe, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndo darf mer nit dran tippe.<\/em><\/li>\n<li><em>Lott uns net ze lang he stonn, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\nme m\u00f6sse noch en de Fr\u00f6hmess jon.<\/em><\/li>\n<li><em>Me don us och bedanke, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\nme don uns och net zanke.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Frau (Name) die H\u00e4tt Paar wie\u00dfe Behn, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndie gl\u00e4nzen wie Karfunkelsten.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Frau die H\u00e4tt Paar schwatze Behn, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\ndie gl\u00e4nze wie ne Kl\u00fcttesten.<\/em><\/li>\n<li><em>Der (Name) es ne jode Mann, ri, ra R\u00f6schen,<br \/>\nder jitt de Junge watt h\u00e4 kann.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Strophe 5 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zeichen der &#8218;Zigarettenw\u00e4hrung&#8216; hinzugef\u00fcgt. Vers 10 wurde gesungen, falls nichts gespendet wurde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nacht wurde dann noch allerlei Schabernak getrieben. Die Junggesellen schleppten Ger\u00e4tschaften, Gartentore oder sonstige lose Teile zum Pfingstbaum, wo sie der Eigent\u00fcmer etwas mi\u00dfvergn\u00fcgt wieder abholen konnte. Am Pfingstmontag war dann das gro\u00dfe Eierkuchenessen in der P\u00fctz-Wirtschaft &#8211; sp\u00e4ter im Zelt &#8211; und damit endete diese Zeit. Am Pfingstbaum wurde der Paias aufgehangen. Dies war eine Art Lumpenpuppe, die den S\u00fcndenbock f\u00fcr kleine Alltagss\u00fcnden, die im Dorf vorgekommen waren, abzugeben hatte. Er wurde am Pfingstdienstag herabgeholt und in Prozession zum &#8218;S\u00e4usplatz&#8216; an der Sieg-Durchfahrt gebracht. Dort wurde in humorvoller Weise &#8218;Gericht gehalten&#8216;, das hie\u00df, der Paias mu\u00dfte alle Schuld f\u00fcr irgendwelche Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und l\u00e4\u00dflichen S\u00fcnden auf sich nehmen, wof\u00fcr er schlie\u00dflich hingerichtet und verbrannt wurde. F\u00fcr besondere Realit\u00e4t sorgte eine mit roter Fl\u00fcssigkeit gef\u00fcllte Schweineblase, die dabie aufgestochen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben im Dorf vor 100 Jahren Das d\u00f6rfliche Leben seit jeher gepr\u00e4gt durch die Landwirtschaft, von deren Wohlergehen die Masse der Dorfbewohner abh\u00e4ngig war. Daraus ergab sich eine weitgehende <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.weldergoven.de\/?page_id=200\">Continue Reading &amp;amp;amp;amp;amp;rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"parent":10,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-200","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=200"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/200\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":322,"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/200\/revisions\/322"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.weldergoven.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}